Blumenthaler Wildblumengarten

(Titelbild: Schröder 2021)

Das Projekt des Wildblumengartens in Blumenthal geht auf die Eigeninitiative und das Engagement der Anwohner zurück, die sich für den Erhalt bzw. die Förderung der Artenvielfalt einsetzen.

So konnte durch Unterstützung aus Landesmitteln auf 600 qm unmittelbar neben dem Naturparkkindergarten Fuchsbau eine bunte Mischung heimischer Blütenpflanzen ausgesät bzw. z. T. schon als Stauden gesetzt werden.
Insgesamt wurden 91 verschiedene Arten ausgebracht, die an einem trockenen Westhang viel Sonnenstrahlung bekommen.
Ausgewählt wurden die Arten dabei nach verschiedenen Gesichtspunkten:

  • Ursprungsgebiet im östlichen Hügelland
  • Rote Liste Arten wie z.B. die in Schleswig-Holstein stark gefährdete Taubenskabiose
  • Ganzjähriges Nahrungsangebot für Insekten
  • Samen für körnerfressende Vogel- und Kleinsäugerarten

Da Insekten für eine Vielzahl anderer Lebewesen die Grundversorgung darstellen, profitieren auch größere Tierarten von der Blühfläche.

Insgesamt soll die Fläche künftig möglichst ganzjährig Nahrung und Lebensraum für eine Vielzahl heimischer Tierarten bieten. Dazu zählen viele Wildbienenarten, Schwebfliegen, Käfer und Wanzen, Schmetterlinge und Nachtfalter in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien ebenso aber auch bestimmte Vögel (z.B Neuntöter, Rebhuhn), Amphibien (z.B. Laubfrosch) und Reptilien (z.B. Zauneidechse), Mäuse, Würmer, Milben und wiederum daran angeknüpfte Nahrungsnetze größerer Beutegreifer wie Rotmilan, Turmfalke, Wieselartige etc., die es alle in der heutigen Landschaft zunehmend schwerer haben.

Die einzelnen Pflanzen können aufgrund der fachkundigen Betreuung der Ortsgruppe auch gezielt vermehrt und betreut werden. Das alles ist auf den meisten Blühflächen in der Regel nicht gegeben, sodass der Name „Wildblumengarten“ das Projekt ganz gut beschreibt. Dank diesem engagierten Einsatz der Initiativgruppe wird die Fläche vorbildlich betreut – die Bilder verdeutlichen den tollen Effekt auf die Artenvielfalt schon wenige Monate nach der Ansaat.

Für Interessierte können daher im Sommerhalbjahr auch Führungen angeboten werden.


Der Klappertopf auf der Blühfläche schwächt die Gräser, sodass die Kräuter bessere Wachstumschancen haben – hier an der Lebensraumgrenze zwischen Wildblumengarten – Bolzplatz (Foto: Schröder)
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