Wälder

Rund 22% der Fläche im Naturpark Westensee sind Wälder. Insbesondere die hügelige Moränenlandschaft ist von Wald bedeckt. Buchenwälder mit teilweise ausgedehnten Waldmeisterbeständen sind das typische Ökosystem des Naturparks. Neben Buchen kommen vorwiegend Eichen und Kiefern vor. In den Senken finden sich kleinere Bruchwälder mit feuchteresistenteren Erlen.
Die Wälder bieten Brut- und Nistplätze für zahlreiche Vogelarten, die die Nähe zum Menschen vermeiden. Dazu zählen der seltenen gewordene Uhu, der Schwarzstorch sowie der Seeadler. Entlang von Fließgewässern lässt sich manchmal auch die scheue Wasseramsel entdecken.

Wälder sind insbesondere für einen naturnahen Bodenwasserhaushalt von besonderer Bedeutung, da sie – ähnlich wie Moore – weitaus größere Mengen an Wasser aufnehmen, filtern, speichern und langsam wieder an ihre Umgebung abgeben können als die offenen Flächen in der Landschaft. Insbesondere Laubbäume haben eine hohe Fotosyntheseleistung und binden CO2 aus der Luft.
Auf diese Weise beeinflussen insbesondere Laubwälder direkt das Klima vor Ort und sind auch in heißen Sommern ein angenehm kühler und erfrischender Rückzugsort zur Erholung.

Naturnahe Wälder sind in ihren Leistungen stabiler als gepflanzte Monokulturen. Daher wird seitens der Forstwirtschaft und des Naturschutzes auf ein ausgewogenes Verhältnis der Baumarten und ihrer Altersklassen geachtet. Die Verjüngung heimischer Baumarten wie der Rotbuche werden z. T. gezielt gefördert, während die Kultur von schnellwachsender Fichte beispielsweise nunmehr auf kleiner Fläche erfolgt, da sie anfällig gegenüber Stürmen, Krankheiten und Insektenbefall sind.
Das Belassen von Totholz unterschiedlicher Zerfallsstadien ist für viele spezialisierte Arten von großer Bedeutung und spielt daher eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz des Waldes. Über die Jahre der Zersetzung bietet das Holz vielen verschiedenen Lebewesen ihre Nahrungsgrundlage oder Lebensraum und Unterschlupfmöglichkeit. Dazu zählen Insekten ebenso wie Pilze, Vögel und verschiedene Arten von Säugetieren u. a. Fledermäuse.

Besucher können sich auf unterschiedlichen Lehrpfaden wie z. B. dem Waldlehrpfad Brux über das Ökosystem Wald informieren oder auf der ausgewiesenen Wanderwegen sowie den befestigten Forstwegen die Vielfalt der Lebensgemeinschaften erleben.
Wichtig dabei ist immer: Wege dürfen nicht verlassen werden; Laute Geräusche sollten vermieden werden; Auch kleine Lebewesen (Schnecken etc.) wertschätzen und ihnen nicht schaden (Beobachten gern gesehen); Es darf nichts zurückgelassen werden (Müll…).
Hunde stöbern gerne nach den verschiedenen Gerüchen oder jagen davonlaufenen Tieren hinterher – daran müssen die Besitzer denken und dafür Sorge tragen, dass kein Lebewesen zu Schaden kommt.

Die Tiere und Pflanzen haben nicht umsonst die Ruhe und Ungestörtheit der Wälder gesucht.