Obstbäume für Mitglieder

Der Naturpark Westensee feiert sein 50-jähriges Bestehen!

Die 43 Obstbäume altbewährter Sorten, die 2020 mit Unterstützung aus Landesmitteln gepflanzt werden konnten, sind alle gut angewachsen und haben nun ihre Beschilderung bekommen. So kann jedermann und jederfrau direkt erkennen, um welche Sorte es sich handelt, welchen Ursprung sie hat und vor allem auch, wann der richtige Erntezeitpunkt ist und wie lange das Obst anschließend gelagert werden kann.

In zehn Naturparkgemeinden findet ihr die Bäume, die vielleicht schon in diesem Jahr die ersten Früchte tragen.
Die verschiedenen Apfel- und Pflaumensorten dürfen dann gerne für den Eigenbedarf geerntet werden!

Wir halten euch auf dem Laufenden, denn zuerst dienen die Blüten im Frühling als Bienenweide 🙂 Daumen drücken, dass der Wind zur Blütezeit abnimmt, dann gibt es Nahrung für die Insekten und vielleicht später im Jahr auch schon für uns 🌸 🐝🐜🐦🍎

Dank der neuen Naturparkeförderung des Landes war es dem Naturparkträger, dem Naturpark Westensee – Obere Eider e. V., möglich sich 2019 neu aufzustellen. Durch die bewilligten Mittel können Projekte sehr viel besser angegangen und umgesetzt werden.

Nun möchte sich der Verein mit der Beschaffung von alten Obstbäumen bei seinen Mitgliedern für die jahrelange Treue bedanken und auf diese Weise wieder als Akteur für Naturschutz und Erholung in den Gemeinden auftreten.
Die Obstbäume haben neben ihrer essentiellen ökologischen Komponente für den Artenreichtum und den Bodenwasserhaushalt mit positiven Auswirkungen auf Lokalklima und Bodendurchlüftung auch eine wichtige soziale und kulturelle Komponente: Der Zugang zu gesundem und frischem Obst direkt vor Ort ist gerade in Coronazeiten von besonderer Bedeutung für die Gesundheit (Obst hat wertvolle Vitamine, man hält sich draußen auf und spart sich lange Anfahrten zum Supermarkt) und für das Leben in den Gemeinden zu Zeiten der Ernte und Verarbeitung  (Zusammenkommen mit ggf. ausreichend Abstand ist immer möglich und fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl). Zwischen home office und Büro kann die Obsternte dabei eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag sein!
Die Bäume schaffen wieder mehr Strukturen im Umfeld, schaffen Nahrungsquellen für Insekten während der Blüte, ermöglichen Nistplätze für Vögel und Unterschlupf für eine Vielfalt an Kleintieren in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Durch die Atmung kühlen sie das Kleinklima, spenden Schatten, schützen vor Wind und beugen Bodenerosion vor.

Die Mitglieder hatten die Wahl zwischen verschiedenen Apfel- und Pflaumensorten. Ausgewählt wurde in Abstimmung mit Baumschule und der unteren Naturschutzbehörde:

Der Finkenwerder Herbstprinz/Roter Hasenkopf ist eine traditionelle Sorte mit aromatischen Winteräpfeln und robust gegen Pilze und andere Schädlinge. Er ist sehr vitaminhaltig, saftig und fest und kann frisch als Tafelobst oder gelagert genutzt werden. Auch die Säfte sind sehr lecker. Ernte im Oktober, Lagerung bis Feb./März.

Foto: pflanzmich.at

Der Geheimrat Dr. Oldenburg stammt wie der Herbstprinz aus dem 19. Jh. und schmeckt etwas „exotischer“. Sein Fruchtfleisch ist ebenfalls saftig, aber weicher und eignet sich gut zum Mosten und auch zum Backen oder Kochen. Es ist ein Herbstapfel, der von Mitte September bis Dezember gelagert werden kann. Der Geheimrat Oldenburg sollte nach Möglichkeit windgeschützter gepflanzt werden als der Herbstprinz – ggf. in seinen Windschatten.

Foto: Baumschule Horstmann

Die Bauernpflaume / Hauszwetsche ist eine altbekannte und beliebte Generalistensorte aus dem 17. Jh., die sehr anpassungsfähig ist und viele Früchte tragen sollte, die sowohl frisch als auch verarbeitet sehr lecker sind. Die Ernte ist in der Regel August und September. Reife Früchte sind blau-violett.

Foto: Wildbrenner.de

Oullins Reneklode / Eierpflaume stammt aus dem 19. Jh. und ist robust. Sie hat eine frühe Blüte, was den Insekten im März- April zugute kommt. Reife Früchte sind gelb, weich und aromatisch sowie etwas größer aus die Bauernzwetschen.

Foto: Garten-Schlueter.de


Am 29. November 2020 wurden 43 Bäume geliefert und von den Vereinsmitgliedern für die Pflanzung vorbereitet.
Die Pflanzung selber wurde eheramtlich vor Ort durchgeführt, woraus z.T. schon die erste gemeinschaftliche Aktion gemacht wurde wie z.B. in Schierensee und Achterwehr. Weitere Bäume wurden in den Gemeinden Molfsee, Blumenthal, Mielkendorf, Rodenbek, Rumohr, Groß Vollstedt und Mühbrook sowie im Tierpark Arche Warder gepflanzt.

Im kommenden Jahr wurden die Bäume beschildert. Die Sorte wird dafür mit einem Foto, ihren Eigenschaften und Blüh-, Ernte- und Lagerzeiten beschrieben (siehe oben).


2021 gab es ein ähnliches Projekt – in diesem Jahr ging es nicht speziell um Obstbäume, sondern um heimische Gehölze insgesamt, die wertvolle Beiträge zu unserer biologischen Vielfalt und zum hiesigen gemäßigten Klima leisten. Rückfragen, Ideen und Anfragen zu unseren Naturschutzprojekten nehmen wir gerne auf!
Gerne auch per Mail an info@nwoe.de

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